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Immer wieder begegnet uns, auf unserem Lebensweg, die Frage: Was kommt als nächstes?
Mareike kennt diese Frage gut. Sie erinnert sich noch genau an ihre Schulzeit. Einen Plan hatte sie immer – welcher Schritt folgte als nächstes. Nach der Realschule, ging es auf die FOS und danach erstmal eine Ausbildung, um eine grundsolide Ausbildung vorweisen zu können. Ich denke, jeder kann aus diesem Satz herauslesen, dass Mareike das zunächst aus einem Sicherheitsbedürfnis heraus entschieden hatte.

Diese Pläne bzw. Entscheidungen hat sie aber nicht von heut auf morgen getroffen.

Nein, Mareike’s Sicherheitsanteil hat gut dafür gesorgt, dass sie bereits Monate vorher wusste, welcher Schritt wann folgen wird, damit auch gegeben ist, dass ihre Pläne nicht ins Wanken geraten.

Und wenn der Fall eintreten sollte, dass Mareike’s Pläne nicht eintreten… ja, was dann… darüber wollte sie nicht viel nachdenken. Wieso? Ihr Angstanteil, was dann aus ihr werden wird, war damals noch zu groß. Sagt ja unser Blogtitel schon: Sicherheit bleib da – Angst geh weg.

Das hat natürlich auch viel mit Mareike’s Herkunftsfamilie zu tun. Bei ihr haben immer alle gearbeitet. Egal welche Anstellung und wie hart, es wurde gearbeitet. Sie selbst hatte ihren ersten Nebenjob mit 14 Jahren.

Nach ihrem Studium war sie zum ersten Mal in der Situation, nicht zu wissen, was als nächstes folgt. Komisch oder, da studiert Mareike 3,5 Jahre und fand die Stellenausschreibungen alles andere als interessant.

Dieses Gefühl, nicht zu wissen, wohin es als nächstes geht, ist ganz schön unheimlich. Mareike schoßen unendlich viele unterschiedliche Gedanken durch den Kopf: „was ist, wenn ich nie was finde? Wenn ich meine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann? Wenn mich dann keiner mehr will, weil mein Lebenslauf zu große Lücken aufweist?”

Natürlich hatte Mareike damals einen Nebenjob – sie ohne Arbeit, das gab es nicht. Jetzt war der Druck nicht all zu groß, da sie noch keine eigene Wohnung hatte und somit ihre Verbindlichkeiten geringer.

Und so kam es, dass Mareike ins kalte Wasser gesprungen ist. OK, sie wurde eher geschupst. Aber unabhängig davon, schaffte sie es, ihre Vorurteile und ihre Bedenken beiseite zu schieben und zu denken: „ich beginne das jetzt und wenn ich nach einigen Monaten feststelle, dass das nichts für mich ist, dann kann ich mich weiter umschauen.“ So tat sie das auch und verließ den Laden erst nach 4,5 Jahren mit einer Menge mehr an Erfahrungen und einer präziseren Vorstellung für ihre nächste Tätigkeit.

Was hat all das jetzt mit dem Thema Angst zu tun und wer ist überhaupt Mareike?

Vielleicht hast du es schon bemerkt, die Angst steckte stellenweise schon einige Mal in den Zeilen. Aber ich gehe darauf noch etwas genauer ein. Und Mareike ist eine keine fiktive Person. Ihre Geschichte gibt es wirklich. Ich hab nur den Namen geändert.

Nun stand erstmal Mareike’s Kündigung an und das war ein ausschlaggebender Moment für sie!

Mareike bemerkte während ihrer Anstellung in ihrem ersten festen Vollzeitjob, in dem sie einiges an Verantwortung zu tragen hatte, dass sie ihre Interessen und Fähigkeiten woanders hinzogen. Sie spielte mit dem Gedanken zu kündigen. Es vergingen jedoch noch einige Monate, bis sie tatsächlich in der Lage war, diese Kündigung auch abzugeben. Und jetzt kommt es: weil Mareike’s Angst, ihren sicheren Ort zu verlieren, noch zu groß war. Was würde aus all ihren Verbindlichkeiten werden, wenn sie kein festes Einkommen mehr hat, denn einfach so eine Übergangsstelle wollte sie nicht annehmen. Wo würde es sie hinverschlagen und was ist, wenn sie das Team dort nicht gut empfängt. Wenn sie Schwierigkeiten hat, gute Klientenkontakte aufzubauen und in die Materie nicht reinkommt…. Was wäre, wenn Mareike dann wieder kündigen müsste… Ihr seht schon, da ging die negativ-Mareike-macht-sich-zu-viel-Gedanken-Spirale los.

Und somit stand Mareike vor der Entscheidung: „verlasse ich meine Sicherheit und begebe mich, ohne etwas in Aussicht zu haben, in ein neues Gefilde?“

Teil 2 folgt…