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Angst, vor dem, was in dem dunklen Zimmer unter dem Bett liegt,
Angst, in der Grundschulklasse ausgelacht zu werden,
Angst, nicht die richtigen Klamotten zu tragen,
Angst, dass keiner mit dir befreundet sein will,
Angst, die Prüfung nicht zu bestehen, die Klasse wiederholen zu müssen und die Eltern zu enttäuschen,
Angst, dass der erste Partner einen verlässt, weil ihm/ihr auffällt, dass du doch nicht so cool bist,
Angst, dass du in dein erstes Team nicht integriert wirst und ewig ein Außenseiter bleibst,
Angst, dass jemandem all deine Ängste und Unsicherheiten auffallen… etc.

Diese Liste könnte wahrscheinlich jede/r Einzelne von uns so ähnlich weiterführen?! Wahrscheinlich findest du mindestens drei Punkte, die dich ansprechen. Sind wir Mal ehrlich: Vielleicht nicht exakt so formuliert aber dennoch irgendwie zutreffend.

Im ersten Teil erzählte ich von Mareike und ihrer Angst, die Sicherheit zu verlieren und nicht zu wissen, wie es dann wohl mit ihr weitergehen würde. “Angst” zeigt sich in den unterschiedlichsten Facetten und bei Mareike ging es um die Entscheidung, einen sicheren Arbeitsplatz zu verlassen, um danach nicht zu wissen, wie es für sie weitergehen würde.

Doch wie ging es weiter?
Mareike fiel erstmal in ein Loch. Sie befand sich tatsächlich noch nie in der Situation, nicht zu wissen, welcher Schritt auf den Nächsten folgt.
Sie holte sich Rat, vertraute sich Freunden an, recherchierte zu diesem Thema im Internet ABER nichts half.
Mareike fühlte sich verloren und empfand eine körperliche Schwere.

Irgendwann stand sie vor der Entscheidung: Entweder weiter in die Schwere fallen lassen oder aufzustehen und einfach mal herausfinden, wo es sie hintreiben könnte.
Sie entschied sich für’s Aufstehen.
Nein, nicht einfach so. Eine Beratung half ihr dabei, ihre Gedanken zu sortieren und ihre Ängste und Befürchtungen auszusprechen und genauer zu betrachten.
Ihr Berater* schlug vor, der Angst einen Namen zu geben. “Sie” zu verbildlichen und hinzuhören, was diese – nun genannt „Hans“ – benötigte, um weniger präsent sein zu können?

Ich weiß nicht, wie es dir geht aber gefühlt nimmt unser Angstanteil mit steigendem Alter an Gewicht zu. Dennoch liegt es an uns, zu entscheiden, wie wir diese Angst aussehen lassen wollen.
Wie groß und mächtig darf Hans in diesem Fall sein?
Wie laut und nah und welchen Gesichtsausdruck hat Hans in diesen bestimmten Situationen?

Mareike hatte ihren Hans näher kennengelernt. Sie hörte zu, was er von ihr brauchte und was er so fürchtete.
Sie ging sogar soweit, dass sie sich ihren Hans bastelte und ihn anmalte.
Je mehr sie sich damit beschäftige, desto mehr verstand sie, wozu Hans gut war und was er wollte.
Ihre Angst war nun gar nicht mehr so bedrohlich.

Eines Tages nahm sie Hans mit zu ihrem Berater. Während Hans seinen eigenen Stuhl bekam, erzählte Mareike von ihren neuen Denkansätzen. Sie konnte die Arbeitslosigkeit nun als neue Orientierungsmöglichkeit sehen und sich darüber klar werden, was sie wollte und was nicht.

Nach der Sitzung machte sie sich auf den Rückweg. Mareike verspürte gegenüber sich selbst auf einmal eine tiefe Dankbarkeit.
Sie war mutig gewesen. Hatte sich ihren Themen angenommen.
Als Mareike ausstieg ertappte sie sich bei einem Lächeln.
Dann schlossen sich die U-Bahntüren. Sie drehte sich um. Da sah sie Hans noch in der U-Bahn sitzen.
Sie brauchte ihn wohl nicht mehr so nah bei sich!

Und wenn Hans heute noch in der U-Bahn sitzt und durch München fährt, dann wohl nur, weil Mareike ihn immer noch nicht so nah bei sich braucht und die Fahrkartenkontrolleure ihn noch nicht entdeckt haben.

Das Fazit dieser Geschichte: Egal ob du den Austausch mit Freunden / Bekannten, deiner Familie oder die Begleitung durch eine Beratung suchst, deine Themen sind immer wichtig und haben Aufmerksamkeit verdient.
Es gibt kein zu „klein“ oder zu „undramatisch“.
Manchmal ist es bei einer Beratung leichter, die Gedanken loszuwerden und neue Perspektiven für sich zu entdecken.
Alle Ängste, die wir in uns tragen, haben irgendwo ihren Ursprung und es gilt herauszufinden, wo dieser liegt oder wo er seinen Nährboden findet.
Wir wollen unseren Angstanteil nicht einfach nur loswerden – wir wollen ihn verstehen!

Hast du auch einen Hans und möchtest ihn verstehen? Dann hilft dir vielleicht die oben genannte Herangehensweise und für mehr Input oder Begleitung, stehe ich gern zur Verfügung!